Kastration:

Ich erzähle Ihnen hier, was ich in meinen zahllosen Trainingsstunden mit kastrierten Hunden (egal ob Rüde oder Hündin) erlebt und beobachtet habe. Viele dieser Zusammenhänge wurden noch nicht wissenschaftlich untersucht oder zufriedenstellend geklärt. Dennoch erkläre ich Ihnen, wie der kastrierte Hund sich fühlt.

 

Eines vorneweg: Natürlich gibt es medizinische Notwendigkeiten, sowie für manche Hunde auch Auflagen die aus dem Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden hervor gehen, durch die eine Kastration beim Hund angeordnet ist.

Aber: Eine Kastration ohne medizinischen Grund, ist laut Tierschutzgesetz verboten!
Auszug Tierschutzgesetz:
Nach § 6 Abs. 1 des Tierschutzgesetzes in der geltenden Fassung vom 25. Mai 1998 (BGBl I, S. 1105) ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres verboten. Jedoch gilt das Verbot nicht, wenn der Eingriff im Einzelfall nach tierärztlicher Indikation geboten ist (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a)

 

Immer wieder als PRO für Kastration gewertet wird folgende Aussage:

Zur Vorbeugung vor Krankheit des Tieres:

"Man verringert bei Kastration des Hundes die Wahrscheinlichkeit, dass bei Rüden eine Veränderung der Prostata entsteht und auch, dass bei Hündinnen Gebärmutter- und/oder Gesäugetumore entstehen."

 

Meine Aussage:

Diesen Punkt finde ich sehr interessant. Stellen wir uns mal vor, meine Ur-Oma hatte Gebärmutterkrebs. Meine Oma hatte es ebenfalls. Meine Mutter hat es und ich nun auch. Jetzt habe ich eine 12 jährige Tochter. Soll ich meinem Kind die Gebärmutter entfernen lassen und die Brust gleich mit, damit es später keine Tumore bekommen kann???

Doch genau dies widerfährt vielen Hunden.

 

Ich beschreibe Ihnen hier diverse Veränderungen, die ich bei vielen (jedoch nicht allen) kastrierten Hunden beobachten konnte.

Es gibt Hunde, die durch eine Kastration keinerlei Veränderungen aufweisen.

Leider weiß man vorher nie, ob und wie sich der Hund verändert.

Viele Besitzer sagen "Hätten wir das vorher gewusst, wäre die OP abgesagt worden".

Die Entscheidung für oder gegen eine Kastration Ihres Hundes, kann ich Ihnen nicht abnehmen. Aber ich kann Ihnen helfen, die Dinge klarer zu sehen.

Beispielsituation:

Herr Müller geht mit "Liesabell" in den Wald. Dort trifft er Frau Meyer mit Ihrem "La Bello". Da die beiden Nachbarn sind, haben sie ein großes Interesse daran, dass Ihre Hunde sich gut verstehen. "Liesabell" und "La Bello" beschnuppern sich kurz, befinden sich für ungefährlich und ein herrliches Spiel entsteht.

 

Wenn sich zwei fremde Hunde treffen, müssen Beide innerhalb von Sekundenbruchteilen entscheiden, ob das Gegenüber männlich, weiblich, stark oder schwach ist. Auch die Körpersprache spielt hierbei im Normalfall eine große Rolle. Wir  wollen diese jedoch bei diesem Thema nun nicht in unsere Überlegungen einbeziehen.

 

Für Hunde gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder das Gegenüber ist männlich oder weiblich. Kastriert gibt es in der Natur nicht.

Je nachdem, wie die Entscheidung ausfällt, wird der Hund mit seinem Gegenüber verfahren.

Nun kastrieren Menschen Ihren Hund und alles verändert sich. Wie, finden sie unter den einzelnen Unterpunkten:

 

Vorpubertär -------------------- Hündin -------------------- Rüde

 

©Mellarie~Dogs